Magic Estimation: Magische mittelfristige Planung

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In welchem Monat sollen die Marketingmaßnahmen zum Go Live von Funktion X starten? Wie viel Budget muss das Management für ein bestimmtes Feature-Paket bereitstellen? Und welche Anzahl an Tasks kann unser Team überhaupt schaffen? Im Projektverlauf wird das Entwicklerteam immer wieder mit Fragen zur mittelfristigen Planung konfrontiert – insbesondere zu Projektbeginn eine schwierige Aufgabe, da zahlreiche relevante Informationen noch fehlen. Das Schätzverfahren „Magic Estimation“ ist ein bewährtes Werkzeug, um eine agile Arbeitsweise und mittelfristige Planungen in Einklang zu bringen.

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5 Jahre Teamprove: Zeit für eine Retrospektive

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Vor etwas mehr als fünf Jahren sind wir mit Teamprove gestartet. Seitdem haben wir jede Menge dazugelernt, einiges verändert, aber auch vieles beibehalten. Unverändert groß ist unsere Neugier auf spannende Projekte und unsere Motivation zur Ideen- und Lösungsfindung. Neu ist beispielsweise, dass wir – pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum – auf ein fünfköpfiges Team aufgestockt haben: Christoph Dibbern verstärkt uns seit kurzem als Scrum-Master und Agile Coach (dazu demnächst in einem eigenen Artikel mehr).

Was sich in den letzten fünf Jahren deutlich verändert hat, ist unser Markt.
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Nachhaltigkeit beginnt ganz vorne ...

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… nämlich bei Bildung – und damit bereits in der Schule. Teamprove war im Juli beim sogenannten "Future Lounge Day" im Klenze-Gymnasium in München mit dabei. Im Rahmen dieses Studientags beschäftigen sich Schüler der 11. Klassen intensiv mit der Zukunft ihrer Berufswelt. Auf der Agenda standen auch dieses Jahr wieder topaktuelle Themen wie Industrie 4.0 und Arbeitswelt 4.0, die im Dialog mit Vertretern aus der Wirtschaft erarbeitet wurden.
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„Modern Agile“ auf der Agile World Konferenz 2017

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Immer wieder werde ich nach speziellem Know-how in Skalierungsframeworks wie SAFe, LeSS, Nexus usw. gefragt. Natürlich kennen wir uns bei Teamprove auch damit aus. Aber geht es wirklich nur darum, die geeignete Blaupause auszuwählen -  und voilà, schon funktioniert das agile Großprojekt oder die agile Transition? Offensichtlich nicht, denn sonst würden sich nicht so viele Unternehmen so schwer damit tun. „A fool with a tool is still a fool“: Dieser bekannte Satz bringt es auf den Punkt, wenn sich Diskussionen um das geeignetste agile Framework festbeißen. Diese Entwicklung war auch auf der diesjährigen Agile World Konferenz in München deutlich zu spüren.
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Was ist eigentlich ... Definition of Done (DoD)?

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Kennen Sie die Situation: In Meetings erhalten Sie vom Team Aussagen wie „Dieser Task ist so gut wie erledigt“ oder „Die User Story ist eigentlich fast fertig“. Wunderbar, alles „in time“ – doch am Ende des Sprints stellen Sie erstaunt fest, dass nur ein Teil der User Stories lieferbar ist. Das Problem: Ob ein Inkrement fertig ist, wird von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich definiert und interpretiert. Woher wissen Sie also, wann eine Aufgabe wirklich abgeschlossen ist? Was erwarten Kollegen oder der Product Owner? Um langwierige Diskussionen und unliebsame Überraschungen zu vermeiden, gibt es in agilen Teams das Artefakt „Definition of Done“ oder kurz „DoD“.

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Design Thinking #2: Der Business-Beschleuniger

Design Thinking #2: Der Business-Beschleuniger

Was passiert, wenn man eine beruflich bunt gemischte Kleingruppe in einen hip ausgestatteten Raum mit Sofas, Whiteboards, Lego, Knete und großen Stapeln von Post-its sperrt? Vielleicht ist es die Geburtsstunde eines millionenschweren Start-ups wie „Pulse“. Vielleicht entwickelt ein renommierter Markenartikler das Trendprodukt von morgen. Vielleicht wird aber auch lediglich eine bestehende Dienstleistung optimiert. Denn neben märchenhaften Gründerstories ist das eigentlich Faszinierende an Design Thinking, dass es bei allen Unternehmenstypen, Unternehmensgrößen und Portfolios funktioniert. Ob Start-up oder Marktführer, Einzelkämpfer oder Großkonzern: Langfristig erfolgreiche Geschäftsmodelle basieren immer auf Kundennähe und der Fähigkeit, starke Ideen zu selektieren und rasch auf den Markt zu bringen.

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Design Thinking #1: Innovation mit Methode

Design Thinking #1: Innovation mit Methode

Von Null auf 90 Millionen Dollar in 3 Jahren? Geschafft haben das zwei Studenten – und zwar mit Hilfe von Design Thinking. Akshay Kothari und Ankit Gupta belegten 2010 den Crash-Kurs „launchpad“ an der d.school in Stanford. Die Aufgabenstellung: In 10 Wochen ein fertiges Produkt inklusive Businessmodell entwickeln. Das Ergebnis: Die App „Pulse“, ein Nachrichtenaggregator für das iPad. Nur wenige Wochen später erwähnte Steve Jobs „Pulse“ auf einer Apple Keynote, die App stürmte Platz 1 im Apple Store und gewann innerhalb von 3 Jahren über 20 Millionen Nutzer in 190 Ländern. 2013 verkauften Kothari und Gupta ihr Start-up für 90 Millionen Dollar an LinkedIn. Auch Unternehmen wie AirbnB, Google, Apple, IBM und E.ON sind (nicht nur, aber auch) durch Design Thinking so erfolgreich.

Okay, niemand kann Ihnen garantieren, dass Sie nach einem Design-Thinking-Workshop zum Millionär werden. Aber Design Thinking ist eine Denkschule, die Ihre Softwareentwicklung um eine entscheidende Komponente bereichert: den Kunden.

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Was ist eigentlich… Continuous Delivery?

Was ist eigentlich… Continuous Delivery?

Neu entwickelte Software möglichst zügig ausliefern oder lieber erst ausgiebig testen? Der Spagat zwischen immer kürzeren Releasezyklen einerseits und Qualitätssicherung andererseits gießt kontinuierlich Öl auf den schwelenden Konflikt zwischen Software-Entwicklung und IT-Betrieb. Ein Konflikt, in dem beide „Parteien“ das übergeordnete – und gemeinsame – Ziel aus den Augen verlieren: die richtigen Features schnell und hochwertig zum Endkunden zu bringen und so einen Mehrwert für das Unternehmen zu generieren. In diesem Zusammenhang verspricht Continuous Delivery eine deutliche Beschleunigung, ohne Abstriche bei der Qualität und Stabilität zu machen. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff genau?

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Wie Teams agil werden

Wie Teams agil werden

Im Programm einer Entwicklerkonferenz entdeckte ich kürzlich die Session „Hurra, wir werden agil – aber wie?“ Der Titel trifft die Situation in vielen Unternehmen gut: Das Bewusstsein, dass „etwas“ passieren soll, ist da. Aber gleichzeitig herrscht große Unsicherheit, wo und wie angepackt werden soll. Das Thema Agilität brennt vielen Führungskräften auf den Nägeln. Teils, weil genaue Vorstellungen vorhanden sind, was anders bzw. besser werden soll. Teils, weil doch alle anderen auch agil sind und das Management diesen Trend nicht verpassen will. „Wir arbeiten agil“ – das klingt deutlich dynamischer als „Wir entwickeln noch nach Wasserfallmodell“. Und zahlreiche agile Erfolgsstories aus dem Bekanntenkreis und der Fachpresse kennt schließlich auch jeder. Aber wie bildet man agile Teams? Führt man einfach Scrum ein und ist damit automatisch agil? Und wie war das nochmal mit der Unternehmenskultur und den Agile Leaders? Gibt es vielleicht einen 10-Punkte-Plan, der nach und nach abgehakt werden kann?

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!
In wenigen Tagen ist Weihnachten und wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Die wichtigsten Milestones der letzten Monate hatten wir bereits in unserem Artikel zum 4. Teamprove-Geburtstag zusammengefasst. Anfang Dezember haben wir nun auch unsere Münchner Niederlassung eröffnet und freuen uns auf interessante Neukunden aus dem süddeutschen Raum. So bleibt es auch 2017 garantiert spannend!

Liebe Leser, Kunden, Geschäftspartner und Freunde, wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten, erholsame Urlaubstage und einen guten Rutsch! Ab 9. Januar sind wir wieder für Sie da.

Herzlichst
Ihr Teamprove-Team
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Alles agil oder doch nicht?

Alles agil – oder doch nicht?

Zum 5. Mal war ich nun auf der Manage Agile Konferenz in Berlin und bin mit einem zufriedenen Lächeln wieder nach Hause gefahren. Vor 5 Jahren wurde diese Konferenz ins Leben gerufen und hat damit eine Lücke geschlossen. Die zentrale Frage: Welche Rolle spielt das Management im Zusammenhang mit dem Wunsch nach agiler Transition? Damals war die neue Erkenntnis, dass agile Vorhaben ohne den SUPPORT des Managements auf Dauer kaum nutzbar sind und verkümmern werden. Heute ist die Erkenntnis, dass Agilität ohne den WANDEL des Managements selbst kaum Chancen hat, nachhaltig zum Unternehmenserfolg beizutragen.

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Unser neues Büro in München ist eröffnet!

Unser neues Büro in München ist eröffnet!

Die hohe Dichte an IT-Unternehmen im „Isar Valley“ generiert eine wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen rund um die agile Transformation. Mit dem Teamprove-Büro in München bieten wir nun auch unseren Kunden im süddeutschen Raum eine optimale Präsenz vor Ort. Egal ob Coaching, Beratung oder Training: Gemeinsames Arbeiten und enge Begleitung sind bewährte Pfeiler der Teamprove-Philosophie. Unser zweiter Standort im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt ist deshalb ein konsequenter Schritt, der kurze Wege, schnelle Reaktionszeiten und maximale Kundennähe gewährleistet.

So erreichen Sie uns in München:
Teamprove GmbH
Schellingstraße 109a
80798 München
Telefon: +49 89 21542026
Mail: muenchen@teamprove.de

Wir freuen uns auf Sie!

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Was ist eigentlich… DevOps?

Was ist eigentlich… DevOps?

Wie können wir neue Ideen schneller umsetzen? Wie reagieren wir flexibler auf Kundenwünsche und Marktveränderungen? Und wie stellen wir trotz kürzerer Innovationszyklen stabile und fehlerfreie Software sicher? Um in dynamischen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, muss moderne IT hohen Anforderungen gerecht werden. In diesem Zusammenhang ist immer häufiger von „DevOps“ die Rede - eine Philosophie, die auf ein engeres Zusammenrücken der konkurrierenden Bereiche Softwareentwicklung (Development) und IT-Betrieb (Operations) setzt. Aber was genau ist der Grundgedanke der Bewegung, die bei Unternehmen wie Netflix, Walmart, Amazon oder Facebook bereits erfolgreich im Einsatz ist?

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4 Jahre Teamprove: ein neuer Look zum Geburtstag

4 Jahre Teamprove: ein neuer Look zum Geburtstag
Peinlich, peinlich … wir haben Ende Juli unseren eigenen Geburtstag vergessen! Tatsächlich ist unser „Baby“ Teamprove mittlerweile schon über 4 Jahre alt – fast bin ich versucht zu sagen: „Mensch, bist du aber groß geworden!“ Vier Jahre voll gepackt mit interessanten Projekten, tollen Kunden und spannenden Herausforderungen.
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MbO 2.0: Mit OKR zum Agile Leadership

MbO 2.0: Mit OKR zum Agile Leadership

"Herr Schmidt, Ihre Zielvereinbarung für 2017 steht an – lassen Sie uns nächste Woche ein Mitarbeitergespräch machen!" Eine Ankündigung, die nicht immer für Vorfreude sorgt. Viele Mitarbeiter empfinden die jährlichen Zielvereinbarungen eher als lästige Pflicht denn als Motivation. Insbesondere die bei klassischen Führungsinstrumenten übliche Koppelung an leistungsorientierte Boni trägt nicht automatisch zum Unternehmenserfolg bei.

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abas 2016 The Global Conference: Wir sind dabei!

abas 2016 – The Global Conference: Wir sind dabei!

In einer Woche ist es soweit: Am 22. September öffnet die diesjährige Konferenz des Software-Herstellers abas ihre Pforten. Im Frankfurter Konferenzzentrum THE SQUAIRE werden rund 1.500 internationale Teilnehmer über ERP und moderne Unternehmenssteuerung diskutieren.

Wir freuen uns sehr, dass wir eingeladen wurden, uns als Speaker am Konferenzprogramm zu beteiligen: Mit dem Teamprove-Vortrag „Das agile Unternehmen“ möchten wir Entscheider inspirieren, wie Unternehmen die Erfolgsfaktoren der agilen Methode nutzen können, um schneller zu sein als der Wettbewerb. Klingt spannend? Ist es auch!

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So schreiben Sie richtig gute User Stories

So schreiben Sie richtig gute User Stories

Wenn Sie Software entwickeln, machen Sie sich regelmäßig Gedanken, wie Ihr Team mit den Wünschen, Ideen und Anforderungen des Auftraggebers umgeht. Gibt es ein Lastenheft und einen Projektplan? Arbeiten Sie sich vom Grobkonzept zum Feinkonzept? Oder arbeiten Sie schon agil? Dann kennen Sie sicherlich User Stories - eine beliebte und bewährte Variante in Scrum. Eigentlich ganz einfach: Anforderungen werden aus Nutzersicht so weit heruntergebrochen, dass sie auf eine DIN-A6-Karte passen. Trotzdem tun sich viele Teams anfangs mit User Stories schwer. Wie schreibt man also "gute" User-Stories?

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Lean Startup: Küss den Frosch!

Lean Startup: Küss den Frosch!

Was haben Dropbox, AirBnB und Adobe gemeinsam? Diese Unternehmen haben auf dem Weg zum Erfolg viele Frösche geküsst – und mussten vermutlich auch die eine oder andere Kröte schlucken. Und doch zählen sie heute in ihrem jeweiligen Segment zu den Marktführern.

Nach ihren Erfolgsgeheimnissen gefragt, taucht bei allen drei Unternehmen das Zauberwort „Lean Startup“ auf.

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Macht Agilität Manager überflüssig? Unternehmenskultur Teil 3

Macht Agilität Manager überflüssig? Unternehmenskultur Teil 3

Management 3.0, Agile Leadership, agile Führungsmethoden: Schlagworte, die viele Unternehmen bewegen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Agilität soll Ihr Unternehmen „voranbringen“! Damit das gelingt, müssen nicht nur Entwickler und Tester umdenken, sondern auch Teamleiter und Manager stehen vor der Herausforderung, neue Führungs- und Steuerungsmethoden zu lernen und anzuwenden. Und zwar längst nicht mehr nur in der Softwareentwicklung, sondern in sämtlichen Branchen und Unternehmensbereichen.

Aber wie sieht ein moderner Führungsstil aus? Und benötigen agile Unternehmen überhaupt noch Manager?


Warum Agile Leader ein Herkules-Job ist

Es gibt jede Menge Informationen über agile Softwareentwicklung im Allgemeinen und agile Methoden wie Scrum im Speziellen, aber recht wenig konkrete Tipps für Führungskräfte. Scrum-Teams werden umfassend geschult – aber wer begleitet eigentlich Manager bei Ihrer Aufgabe, die nötigen Veränderungen in Ihrer Organisation einzuführen? Schließlich müssen agile Führungskräfte unter anderem …

  • ein neues Selbstverständnis ihrer eigenen Rolle im Unternehmen entwickeln
  • eine agile Unternehmenskultur schaffen und agile Werte vorleben
  • Ihr Team motivieren, begeistern und dafür sorgen, dass alle am Ball bleiben
  • Widerstände verstehen und damit umgehen

Kein Wunder also, dass zahlreiche Studien zu dem Ergebnis kommen, dass das Management häufig die größte Bremse auf dem Weg zum agilen Unternehmen darstellt.

Alle sitzen im gleichen Boot

In Teil 1 und Teil 2 unserer Serie „Unternehmenskultur“ haben wir es schon mehrmals angesprochen: Agile Transition führt fast immer zu Unsicherheit – nicht nur in den Teams, sondern auch bei den Führungskräften, vom mittleren Management bis hin zur Geschäftsleitung. Je traditioneller der bisherige Führungsstil ausgeprägt war, desto größer ist die Angst vor Macht- und Statusverlust und die Skepsis hinsichtlich der anstehenden Veränderungen.

Typische Frage: „Reicht es denn nicht, wenn das Entwicklerteam Scrum macht?“ Nein, tut es nicht. Zwar hat Agilität ihre Wurzeln in der Technik, aber sie entfaltet ihr volles Potenzial nur im Rahmen einer durch alle Ebenen gelebten agilen Unternehmenskultur. Das Management muss nicht nur mitziehen, sondern vorausgehen und „die Bahn freimachen“.

Braucht Selbstorganisation Führung?

Aber halt: Steuern sich agile Teams nicht selbst? Welche Rolle nimmt dann der bisherige „Leiter“ ein? Und werden Führungspositionen und Hierarchien nicht sowieso abgeschafft? Jein. 

Zum einen bedeutet Selbstorganisation nicht, dass künftig jeder tut, was er möchte. Ziel von Agilität ist, gemeinsam ein Ziel zu erreichen und immer besser zu werden. Dies bedarf – zumindest anfangs – durchaus fachlicher Führung, sprich das „Management 3.0“ hat nicht weniger Aufgaben, sondern andere: die Vision vermitteln, optimale Arbeitsbedingungen schaffen, die Team-Mitglieder weiterentwickeln etc. Die neue Freiheit agiler Teams ist kein Selbstläufer, sondern die Übernahme von deutlich mehr Verantwortung muss gelernt und vom Management gefördert und begleitet werden.

Zum anderen geht es nicht darum, alle Strukturen abzuschaffen, sondern eine Struktur zu schaffen, die den gemeinsamen Zielen am besten dient. Doch was bedeutet das mittelfristig, d.h. sobald das Team gelernt hat sich selbst zu organisieren? Für Firmeninhaber mag es als Fernziel durchaus reizvoll erscheinen, Verantwortung zu delegieren und mehr Zeit zu haben.

Beim mittleren Management hingegen regt sich bei dieser Vorstellung häufig Widerstand, sieht es doch im ersten Moment so aus, als würden Führungskräfte den Ast absägen, auf dem sie sitzen: Je besser sie ihren Job bei der agilen Transition machen, desto früher können ihre Positionen „abgeschafft“ werden?

Neue Manager braucht das Land!

Nein, abgeschafft wird lediglich das starre Festhalten an Hierarchien und Positionen, an Macht und Kontrolle und die alleinige Konzentration auf extrinsische Motivation. Manager, die Agilität wirklich verstanden haben, sehen ihre eigene Rolle aus einem anderen Blickwinkel: Mag sein, dass ihre bisherige Position überflüssig wird, aber nicht ihre Person! Im Gegenteil, Führungskräfte, die sich im Rahmen der agilen Transition bewähren, sind für das Unternehmen deutlich wertvoller als Führungskräfte, die auf ihre Stellenbeschreibung oder ihr Kästchen im Organigramm pochen und damit ihr Team blockieren.


Ein beliebtes Werkzeug, um Selbstorganisation spielerisch und schrittweise einzuführen, ist der „Delegation Poker“.

In agilen Unternehmen definiert sich Macht oder Wert nicht über den Titel auf der Visitenkarte, sondern ein Manager ist dann ein „guter“ Manager, wenn er motivieren kann, wenn er sein Team an den Punkt bringt, dass es auch ohne ständige Anleitung und Kontrolle bestens funktioniert. Und für solche Führungskräfte steht in einem agilen Unternehmen die nächste spannende Aufgabe garantiert schon bereit.

Was außerdem oft übersehen wird: Agiles Management führt nicht nur zu einer Optimierung der Arbeit in den Entwicklerteams, sondern auch der operative Geschäftsbereich „Management“ selbst profitiert ungemein von der neuen Denk- und Herangehensweise. Führungsaufgaben werden in den Unternehmen immer komplexer und strategische Entscheidungen müssen immer schneller getroffen werden. Die agilen Prinzipien kurzer Feedback-Zyklen und der Einsatz von Retrospektiven erhöhen auch im Management die Transparenz, Probleme in Unternehmenssteuerung werden schneller erkannt und können aktiv angegangen werden.

Die Top 5 Kernkompetenzen agiler Führung

  • Motivation
    Vermitteln Sie eine Vision und sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter aktiv und kreativ sind! Das beinhaltet auch eine entsprechende Wertschätzung und die Work-Life-Balance.
  • Vertrauen
    Befähigen Sie Ihr Team, indem Sie den nötigen Raum für Selbstorganisation schaffen! Setzen Sie die Stärken der einzelnen Mitarbeiter gezielt ein, lernen Sie Aufgaben zu delegieren und fördern Sie Mitbestimmung und Eigeninitiative!
  • Kommunikation
    Lassen Sie sich auf einen regen Austausch ein – mit Mitarbeitern, aber auch mit Kunden!  Schaffen Sie ein angenehmes Diskussions- und Feedback-Klima und greifen Sie nicht dominierend, sondern moderierend ein.
  • Reflexion
    Seien Sie kritikfähig und ehrlich zu sich selbst, wenn Sie in alte Muster zurückfallen – und machen Sie es nächstes Mal besser!
  • Entwicklung
    Akzeptieren Sie das System der kontinuierlichen Veränderung und nutzen Sie es – für Ihr Unternehmen, für Ihr Team, aber auch für sich selbst und Ihre Rolle in der Organisation.


Wenn Sie einer dieser „neuen Manager“ sind (oder werden möchten), begleiten wir Sie und Ihr Unternehmen gerne auf dem Weg in die Agilität – fragen Sie uns nach maßgeschneiderten Management-Workshops oder Coachings!

Bildnachweis:
Jakub Jirsak / 123rf.com

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Agiles Testen: Wie es geht. Und warum es ohne nicht geht.

Agiles Testen: Wie es geht. Und warum es ohne nicht geht.

Klar, getestet wird Software schon immer. Auch bei klassischen Vorgehensmodellen ist Testen ein entscheidender Bestandteil des Qualitätsmanagements, denn mangelhafte Testprozesse sind nicht nur eine der Hauptursachen für Fehlfunktionen im Live-Betrieb, sondern auch für Effizienz-Einbußen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass spät entdeckte Bugs die Arbeit des Entwicklerteams im Projektverlauf behindern.

Was aber macht agiles Testen so anders, dass ganze Bücher darüber geschrieben werden? Wie ändert sich das Selbstverständnis des Testers und welche Rolle spielt die Testautomatisierung?

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