@TEAM: 10 Fragen an Christoph Dibbern

keyvisual-teaminterviews
In unserer neuen Blog-Serie @TEAM lernen Sie das Teamprove-Team besser kennen. Den Anfang macht Christoph Dibbern, der uns seit September 2017 als Agile Coach und IT-Berater verstärkt. Sein Ziel ist es, durch den Einsatz passender agiler Methoden die Zusammenarbeit von Entwicklern und Stakeholdern nachhaltig zu verbessern. Wir haben in einem kleinen Interview genauer nachgefragt!

 

  1. Christoph, wie bist du eigentlich mit agilen Methoden in Berührung gekommen?
    Parallel zum Masterstudium habe ich ab 2010 als Werkstudent im Scrum-Team eines Softwarehauses für Energiesysteme gearbeitet und agile Methoden im praktischen Einsatz kennengelernt. Spannend war auch ein Projekt, in dem ich die Rolle des Product Owners einnehmen durfte: Plötzlich erlebte ich die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsteam und Product Owner aus einer anderen Perspektive und musste beispielsweise auch die Business-Analyse in meine Entscheidungen einbeziehen. Kurz zusammengefasst wurde ich also schon während des Studiums mit dem agilen Mindset „infiziert“ und die Faszination ist bis heute geblieben. 

  2. Was begeistert dich am Job als Agile Coach?
    Der Reiz besteht für mich darin, Menschen für das agile Mindset zu begeistern. Es macht mir Spaß, Unternehmen und Teams dabei zu unterstützen, ihre Prozesse und ihre Zusammenarbeit selbstständig zu verbessern. Besonders wichtig ist mir eine ganzheitliche Betrachtung der aktuellen Unternehmensstruktur und der bestehenden Interaktionen. Gemeinsam mit den Teams möchte ich diese Strukturen effizienter gestalten und Hindernisse beseitigen.

  3. Kannst du deinen Alltag bei Teamprove kurz beschreiben?
    Derzeit arbeite ich für einen Kunden mit 3.500 Mitarbeitern als Scrum Master und Agile Coach. Ich unterstütze zwei von vier Scrum-Teams und die Projektleitung dabei, das aktuelle IT-Projekt mit circa 40 Entwicklern und 20 Fachexperten unter Berücksichtigung des SAFe Standards effizient zu gestalten. Unter anderem bin ich in Fokus-Gruppenmeetings und Community of Practice eingebunden, um den teamübergreifenden Austausch zu Querschnittsthemen zu intensivieren und gemeinsam Ziele und Lösungen zu erarbeiten. Ich kümmere mich bei Teamprove auch um die Akquise spannender neuer Projekte, knüpfe Kontakte zu interessierten Unternehmen und bin in verschiedenen agilen Communities aktiv. Außerdem werde ich künftig hier im Blog Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit teilen.

  4. Welche typischen Hürden hast du bei deiner Arbeit mit Unternehmen kennengelernt?
    Es gilt immer wieder neu die bestehenden Strukturen und Interaktionen zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen und den Menschen zu verstehen – das ist je nach Größe des Projektes eine echte Herausforderung! Jedes Unternehmen und jedes Team ist anders und so gibt es keine „Blaupause“, sondern wir müssen für jeden Kunden individuell geeignete Methoden auswählen. Eine wichtige Basis zu Projektbeginn ist erfahrungsgemäß die Schärfung des agilen Mindsets.

  5. Was sind deiner Meinung die drei wichtigsten Eigenschaften eines „Agile Leaders“?
    Wichtig sind neue, agile Methoden der Mitarbeiterführung, intrinsische Motivation und die Bereitschaft, Verantwortung abzugeben. Damit das funktioniert, müssen sich die Teams selbst organisieren dürfen. Positiver Nebeneffekt: Die regelmäßigen Reviews und gemeinsame Planungen fördern eine Innovationskultur. Wenn sich die Teams durch regelmäßige, teamspezifische Retrospektiven reflektieren können und Ziele auf Basis selbst erarbeiteter Maßnahmen vereinbart werden, verbessert sich außerdem die Zusammenarbeit. Schafft ein „Agile Leader“ diese Voraussetzungen im Unternehmen, wird die Wirkung bereits nach kurzer Zeit transparent und messbar – sowohl für die Teams als auch für die Führungskräfte. Erfahrungsgemäß gelingt es so immer schneller, Hindernisse in Prozessen, Technologien und bei den beteiligten Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren. 

  6. Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis, an das du dich als Agile Coach erinnerst?
    Ja, ganz konkret ein Projekt bei einem Logistikdienstleister. Die Aufgabe war es, ein bisher nach Wasserfallmodell arbeitendes Entwicklerteam im Embedded-Bereich auf Scrum umzustellen. Die Arbeit sollte für den Kunden transparenter gestaltet und das Vertrauen zwischen Entwicklern und Kunde wiederhergestellt werden. In Agile Workshops haben wir zunächst gemeinsam ein Grundverständnis für agile Entwicklung aufgebaut und dann die Umstellung auf Scrum Schritt für Schritt begleitet. Die Möglichkeit, Ergebnisse im Abstand weniger Wochen zu präsentieren und so Wertschöpfung in einem konstanten Tempo zu schaffen, führte schnell zu den ersten Erfolgserlebnissen und einer besseren Stimmung im Team. Auch die regelmäßigen Retrospektiven wurden sehr gut angenommen und haben die Zusammenarbeit zwischen Product Owner, Stakeholdern und Entwicklern optimiert. Nach Stand heute hat sich die Kundenzufriedenheit deutlich erhöht – für mich als Coach ein tolles Erfolgserlebnis.

  7. Welche Websites inspirieren dich beruflich?
    Meine vier Lieblingsseiten sind ...
    https://intrinsify.me (moderne Unternehmensentwicklung)
    https://www.scrumalliance.org (Neuigkeiten rund um Scrum und passende Schulungen)
    http://www.scrumguides.org/scrum-guide.html (Empfehlungen für die Scrum-Anwendung)
    https://www.heise.de (allgemeine IT-Themen)

  8. Hast du Tipps für Berufseinsteiger, die sich für Agile Coaching interessieren?
    Mir hat es wie bereits erzählt geholfen, schon früh während des Studiums meine ersten praktischen Scrum-Erfahrungen zu sammeln. Alternativ empfehle ich Berufseinsteigern einen Scrum Master Kurs, um zumindest eine theoretische Basis für das immer wichtiger werdende Thema „Agilität“ zu erhalten. Außerdem ist es aus meiner Sicht sehr sinnvoll – eigentlich sogar unverzichtbar –, einige Jahre als Entwickler in einem agilen Team zu arbeiten, um die täglichen Herausforderungen zu verstehen. Denn letztendlich hat Agile Coaching viel damit zu tun, sich in die unterschiedlichen Rollen und Charaktere hineinversetzen zu können.

  9. Stichwort „Gelebte Agilität": Profitierst du auch im privaten Bereich von agilen Methoden?
    Meine Frau und ich sind beide IT-Berater und arbeiten in agilen Teams. Die Methoden und Erfahrungen in der Berufswelt helfen uns dabei, auch unser Privatleben strukturiert zu organisieren und unser Zusammenleben regelmäßig zu reflektieren. Dazu zählt insbesondere unsere Kommunikation. 

  10. Verrätst du uns zum Schluss noch etwas über deine Freizeitgestaltung?
    Das Thema Agilität interessiert mich nicht nur beruflich, sondern ich besuche auch in meiner Freizeit regelmäßig Agile Communities in Oldenburg und Bremen, um mich mit Gleichgesinnten über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Schwimmer und trainiere von Juni bis August mehrmals pro Woche in einem See bei mir um die Ecke. Und ich reise sehr gern – am liebsten mit meiner Frau zu den verschiedenen Ozeanen der Erde.


Christoph Dibbern
IT-Berater, Prozess-Optimierer, Schwimmer
Mehrjährige Erfahrung als Scrum Master und bei der Einführung von agilen Prozessen, auch in remote arbeitenden internationalen Teams

Was ist eigentlich … Domain Driven Design (DDD)?
Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue J...