O-TON: 10 Fragen an unseren Agile Coach Sabrina Tratsch

o-ton
In unserer Blog-Serie "O-TON" plaudern wir über unseren Job und unsere Leidenschaft für Agilität - diesmal mit Sabrina Tratsch, die seit April 2019 unser Coach-Team verstärkt.

 

Sabrina Tratsch
Beraterin, Mutmacherin, Geräteturnerin

  1. Sabrina, wie bist du mit agilen Methoden in Berührung gekommen?
    Agile Methoden habe ich über meine Anstellung bei einem Weiterbildungsinstitut für Führungskräfte kennengelernt, wo die Hauptthematik "Leadership" immer stärker mit Agilität verbunden war. Prozesse neu zu gestalten und Teams zu stärken, sind nur kleine Ausschnitte dessen, was durch agile Methoden verbessert werden kann. Auch über die Plattform meetup konnte ich immer wieder neue Berührungspunkte zu den unterschiedlichsten agilen Bereichen finden.

  2. Was fasziniert dich am Job als Agile Coach?
    Das Faszinierende sind die immer wieder neuen Herausforderungen - sich individuell auf jedes Unternehmen neu einzustellen, Probleme zu erkennen, zu benennen und anzugehen. Wo Querdenken erlaubt ist und ein kreatives und transparentes Miteinander gelebt wird, entstehen Freiräume und eine positive Arbeitsatmosphäre. Jeden Mitarbeiter mit ins Boot holen, Verantwortung teilen und Fehler gutheißen sind Werte, die ich bisher nur in einem agilen Umfeld gefunden habe.

  3. Du bist gerade neu bei Teamprove gestartet. Welche Aufgaben erwarten dich?
    Ich glaube, die Herausforderungen und Aufgaben sind sehr vielseitig, sowohl in beratender Funktion oder als Scrum-Master auf Zeit, als Agile Coach in Workshops oder längerfristigen Projekten. Ich freue mich darauf, die individuellen Anforderungen gemeinsam mit unseren Kunden auszuloten.

  4. Welche typischen Hürden hast du bei agilen Transformationen kennengelernt?
    Einer der häufigsten Stolpersteine ist das Thema Transparenz und Fehlerkultur. Viele Mitarbeiter fühlen sich durch die neue Transparenz kontrolliert und möchten keine Fehler ansprechen. Entweder weil es ein hohes Harmoniebedürfnis im Team gibt und man niemanden bloßstellen möchte. Oder weil aufgrund der eingesetzten Bonisysteme befürchtet wird, keine Zusatzzahlung oder Beförderung zu erhalten, wenn man als Mitarbeiter für zu viele Fehler die Verantwortung trägt. Kritikfähigkeit muss gelernt werden. Ebenso braucht die Etablierung einer positiven Fehlerkultur Zeit, bis man Fehler nicht mehr als Problem, sondern als Chance zu lernen begreift. Früh erkannt, können Fehler nämlich viel einfacher behoben werden als im späteren Projektverlauf. Natürlich gibt es noch etliche weitere Hürden in agilen Transformationen - aber Hürden sind ja bekanntermaßen zum Überwinden da ;-)

  5. Was sind deiner Meinung die drei wichtigsten Eigenschaften eines „Agile Leaders“?
    Erstens ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, um sich dem Team und seinen Bedürfnissen anzunehmen und diesem Zeit und Gehör zu schenken. Zweitens sich seinen Mitarbeitern gegenüber authentisch und vor allem transparent zu verhalten. Drittens ein „Wir-Gefühl“ zu kreieren.

  6. Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis, an das du dich als Agile Coach erinnerst?
    Ein besonderes Erfolgserlebnis war es für mich, das agile Mindset im eigenen Team - einer Firma, in der ich selbst beschäftigt war - verankert zu haben. Sich einzubringen und Denkanstöße zu liefern, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und die Dinge zu verändern, das war schon etwas Besonderes. Diese Veränderung vom klassischen und oft eintönigen Arbeitsalltag hin zu einem agilen und positiven Arbeitsumfeld aktiv mitgestaltet zu haben, hat sich einfach super angefühlt.

  7. Was sind deine Lieblingsorte im Netz, die dich beruflich inspirieren?
    Ich verfolge einige Blogs zu agilen Themen, treibe mich viel auf meetup herum und suche immer wieder neue Sichtweisen auf die agile Thematik - allerdings muss ich sagen, dass es zwar viele hilfreiche Orte und Tools im Netz gibt, sie aber auch in Zeiten der Digitalisierung ein „reales“ Treffen für mich nicht ersetzen können. Ich treffe mich zum Austausch lieber persönlich mit Menschen.

  8. Hast du Tipps für Berufseinsteiger im Agile Coaching?
    Sei mutig! Ein agiles Mindset ist natürlich Voraussetzung und es hilft, immer in regem Austausch mit anderen zu stehen, allerdings sollte man sich einfach trauen, sich weiterzuentwickeln und sich auf seine Fähigkeiten besinnen.

  9. Stichwort „Gelebte Agilität": Profitierst du auch im privaten Bereich von agilen Methoden?
    Aber klar, agile Methoden kommen zwar aus der Softwareentwicklung, lassen sich aber nicht nur hervorragend auf andere Branchen adaptieren, sondern auch auf das eigene Leben. Ich denke die meisten von uns machen das ganz automatisch, ohne sich dessen bewusst zu sein. Jeder reflektiert zu Silvester, wie das letzte Jahr gelaufen ist und steckt sich neue Ziele für das kommende. Agile Methoden verändern aber die eigenen Denkweisen und Softskills stark zum Positiven und natürlich macht sich das auch im Alltag bemerkbar.

  10. Verrätst du uns zum Abschluss etwas über deine Freizeitgestaltung neben der Arbeit?
    Ich mache sehr gerne Musik mit Freunden, backe Torten und trainiere sie hinterher beim Geräteturnen wieder ab. Ich bin einfach total gern auf Achse und immer unterwegs, um Neues zu sehen und zu erleben und genieße dabei auch die Vorzüge des Frankfurter Großstadtlebens.
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