„Dicke Luft“: Praxis-Insights aus dem Workshop Konfliktmanagement

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„Kompetenz im Konfliktmanagement“ wird in vielen Stellenausschreibungen für Scrum Master gefordert. Egal ob es der unausgesprochene „Elefant im Raum“ ist oder offene Eskalation droht: Ohne Frage ist der Umgang mit unangenehmen Situationen im Team eine wichtige Aufgabe, der jeder Scrum Master gewachsen sein sollte. Gar nicht so einfach, denn Konflikte haben viele Gesichter, von latenter Antipathie und Frustration über Ärger und Angst bis hin zu verbaler Aggression oder klassischem „Mobbing“.

Konflikte sind menschlich

Eine agile Unternehmenskultur hat harmonische Teams zum Ziel – ein Idealzustand, der sich nicht von selbst einstellt, sondern meist intensive, kontinuierliche Arbeit an den menschlichen Beziehungen und der Kommunikation im Team erfordert.

Insbesondere in der Einführungsphase agiler Methoden tun sich potenzielle Konfliktherde auf, die aktiv gemanagt werden müssen. Teams werden neu gruppiert, neue Formen der Führung und Zusammenarbeit müssen erst verstanden und erlernt werden und auch an den Schnittstellen zwischen Skeptikern und Befürwortern der neuen Unternehmenskultur ergeben sich zwangsläufig Reibungspunkte.

Konflikte als Chance zur Verbesserung

Es ist deshalb wichtig, dass Scrum Master in ihrer Moderatoren- und Mediatorenrolle Konflikte früh erkennen, analysieren und angehen. Dabei geht es nicht um Konfliktvermeidung um jeden Preis! Konflikte können auch wertvoll sein, da sie bestehende Probleme bewusst machen und einen Veränderungsdruck aufbauen. Unerkannt und unbehandelt stören sie jedoch die Kollaboration, binden Energie und verschlechtern damit die Teamperformance.

Toolbox Konfliktmanagement

Scrum Master müssen dabei gleichzeitig den Spagat zwischen Neutralität und Beteiligung schaffen – mit analytischem Blick, einer großen Toolbox passender Methoden sowie deren souveräner Auswahl und Anwendung. Das Management von Teamkonflikten zählt deshalb zur Championsleague der Moderation.

Wichtige Kompetenzen für Scrum Master sind unter anderem:

  • Konflikttypen, Trigger und Eskalationsstufen kennen und erkennen
  • Feedback geben & nehmen (Befähigen zu einer offenen Feedbackkultur)
  • Moderations- und Mediationstechniken
  • Aktives Zuhören und Gesprächsführung

Wie in meinem Artikel zum Workshop „Agilität erleben“ erwähnt, sind wir bei einem unserer Kunden gerade dabei, gemeinsam mit der Personalabteilung ein differenziertes Workshop-Programm aufzubauen. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Befähigung der Scrum Master im Umgang mit Konflikten und Feedback.


Inhaltliche Struktur unseres Workshops „Konfliktmanagement“

Im Rahmen der Workshop-Reihe „Konfliktmanagement“ bieten wir alle drei Wochen praktische Übungsangebote zur Etablierung einer Feedbackkultur und trainieren effektive Lösungswerkzeuge für den Konfliktfall. In ausführlichen Gesprächen identifizieren wir Bedarfe und Probleme, tauschen Wissen und Erfahrungen zwischen den Teams aus, coachen die Scrum Master und leisten konkrete Praxisreflexion.


„Ein-Wort-Erwartungen“ der Teilnehmer zu Beginn des Workshops

Eines der Ziele ist der sukzessive Aufbau eines gemeinsamen Wissensspeichers, indem wir in Kleingruppen die geclusterten Wunschthemen bearbeiten und anschließend in der großen Runde vorstellen.


„Wissensmarkt“ zu Feedbackkultur und Konfliktmoderation

Ein kleiner Auszug der trainierten Methoden:

  • „Skalenfrage“ (Selbstreflektion der Scrum Master)
  • „Ich schätze an dir, ich wünsche mir“ (unterstützt konstruktives und zielorientiertes Feedback)
  • „Konfliktstufen erkennen“ (unterstützt die Frühdiagnose und bereitet die Konfliktmoderation vor)
  • Spot the Elephant“ (unausgesprochene, schwerwiegende Probleme identifizieren und benennen, z.B. in Retrospektiven) Mehr Infos
  • „Tuckman Cycle“ (Statusüberblick der Teamzusammenarbeit, z.B. in Retrospektiven oder bei Team-Neuzusammensetzungen) Mehr Infos
  • „Stärken-Test“ (Stärken von Einzelpersonen und Teams identifizieren und ausbauen, z.B. in Retrospektiven oder vor der Team-Zusammensetzung) Mehr Infos
  • „Team-Ressourcen-Profil“ (Rollenklärung und Konfliktfrüherkennung, z.B. in Retrospektiven oder bei der Team-Neuzusammensetzung)
  • Systemischer Ansatz zur Analyse von Einzel- und Teamsituationen

 

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