O-TON: 10 Fragen an Ron Jatzkowski

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In unserer Blog-Serie "O-TON" plaudern wir über unseren Job und unsere Leidenschaft für Agilität - diesmal Ron Jatzkowski, der unsere Kunden seit Februar 2018 bei der digitalen Transformation unterstützt.

 
Ron Jatzkowski
IT-Berater, Motivator, Feuerwehrmann

  1. Ron, wie bist du eigentlich mit agilen Methoden in Berührung gekommen?
    Direkt nach dem Studium bei meinem ersten Arbeitgeber: Dort wurde gerade in einem der Teams Scrum eingeführt und ich fand es sehr spannend, diesen Prozess in der Praxis zu erleben. Bei einem meiner späteren Arbeitgeber habe ich dann die Position des Product Owners übernommen und in Vertretung auch die des Scrum Masters, so dass ich recht schnell verschiedene Perspektiven und Rollen in agilen Teams kennengelernt habe.

  2. Was fasziniert dich am Job als Agile Coach?
    Es macht mir sehr viel Spaß, Teams dabei zu begleiten, ihr Ziel zu erreichen. Damit Agilität wirklich funktioniert, reicht es aber nicht aus, irgendwelche Methoden zu vermitteln, sondern das agile Mindset muss im gesamten Unternehmen verankert werden. Mein Aufgabenbereich als Agile Coach geht deshalb idealerweise über die Arbeit mit den Teams hinaus. Mit der Zeit hat man zwar einen Werkzeugkoffer, der einem dabei hilft, mit verschiedensten Situationen umzugehen, aber jedes Unternehmen und jede Herausforderung ist anders. Das macht meinen Job abwechslungsreich.

  3. Kannst du deinen Alltag bei Teamprove kurz beschreiben?
    Aktuell bin ich als externer Scrum Master bei einem Automotive-Unternehmen, das Produkte für die Erfassung von Fahrzeugdaten entwickelt und produziert. Ich betreue zwei Entwicklungsteams, die unter anderem an einer Produktinnovation arbeiten. Außerdem sollen unternehmensübergreifend die agilen Prozesse optimiert werden. Dazu zählt beispielsweise, dass wir gemeinsam immer wieder das gelebte Mindset auf den Prüfstand stellen und dass ich mich mit den anderen Scrum Mastern in einer „Community of Practice“ austausche. 

  4. Welche typischen Hürden hast du bei deiner Arbeit mit Unternehmen kennengelernt?
    In vielen Unternehmen wird Agilität unter falschen Voraussetzungen eingeführt. Dann funktioniert die Implementierung der agilen Prozesse mehr schlecht als recht, die erwarteten Erfolge bleiben aus und das Konzept Agilität gerät in Schieflage. „Funktioniert bei uns nicht“, hören wir sehr häufig. Für mich bedeutet das immer erst einmal, die Blockaden abzubauen und das verlorene Vertrauen in Agilität wieder aufzubauen. Am einfachsten funktioniert das, wenn wir kleine Schritte umsetzen, so dass die Teams schnell erste Erfolge sehen. Parallel arbeiten wir intensiv daran, dass alle Mitarbeiter verinnerlichen, was das agile Mindset bedeutet – nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis. „Alle Mitarbeiter“ meine ich dabei wörtlich: Wenn Agilität funktionieren soll, betreffen die Veränderungen alle Abteilungen und alle Hierarchie-Ebenen von ganz unten bis ganz oben.

  5. Was sind deiner Meinung die drei wichtigsten Eigenschaften eines „Agile Leaders“?
    Ein Agile Leader hat das agile Mindset verinnerlicht und kann dieses auch anderen vermitteln. Auch die fünf Werte von Scrum – Mut, Offenheit, Respekt, Fokus und Commitment – sollte ein Agile Leader unbedingt mitbringen und vorleben. 

  6. Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis, an das du dich als Agile Coach erinnerst?
    Ein einzelner, spezieller Moment fällt mir spontan nicht ein. Es begeistert mich immer wieder zu sehen, wie erst aus Einzelkämpfern ein Team wird und dann ein tolles Produkt entsteht, das sich der Kunde genau so gewünscht hat und das das Unternehmen weiter voranbringt.

  7. Welche Websites inspirieren dich beruflich?
    Ich verrate euch gerne meine fünf vier Lieblingsseiten:
    https://plans-for-retrospectives.com/
    http://www.agilewh.de/
    https://scrumdach.org/
    https://www.scrumalliance.org/
    https://www.scrumguides.org/

  8. Hast du Tipps für Berufseinsteiger, die sich für Agile Coaching interessieren?
    Wenn man sich für agiles Coaching interessiert, sollte man auf jeden Fall offen für Neues sein und den Mut haben, Fragen zu stellen. Ich finde es wichtig, Dinge zu hinterfragen. Auch wenn es sich trivial anhört: Die entscheidende Frage ist meistens einfach nur „Warum macht ihr das jetzt so?“ Auch unternehmerisches Denken ist als Agile Coach von Vorteil. Und natürlich sollte man sich kontinuierlich mit den verschiedenen agilen Methoden auseinandersetzen und diese auch selbst für sich nutzen.

  9. Stichwort „Gelebte Agilität": Profitierst du auch im privaten Bereich von agilen Methoden?
    Ja, sehr sogar. Ich habe mein persönliches KANBAN Board, das ich jeden Tag nutze. Ich bin auch gerade dabei, für meine ganze Familie ein KANBAN Board zu etablieren, um so den Haushalt und andere private Dinge besser zu regeln :-) Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, mit meiner Frau hin und wieder eine Retrospektive durchzuführen. Ganz generell lerne ich durch agile Methoden auch im privaten Alltag immer wieder viel über mich selbst, ich sehe schneller, ob ich mit meinen Vorstellungen oder Ideen auf einem falschen Weg bin und welche Lösungsansätze es gibt.

  10. Verrätst du uns zum Schluss noch, was du in der Freizeit machst?
    Den größten Teil meiner Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und meinen Kindern. Ich arbeite auch gerne im Garten, bin handwerklich aktiv, fahre Motorrad und gehe mit Freunden oder der Familie wandern. Zum sportlichen Ausgleich gehe ich Joggen, fahre Rennrad und betreibe Selbstverteidigung. Ach ja, und ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr in Isernhagen aktiv.



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