Fundstück: "What is Code" von Paul Ford

Kann man über Code einen Roman schreiben? Man kann. Sogar so, dass es sich so spannend liest wie ein Buch, das man nicht mehr weglegen möchte. Paul Ford hat es bewiesen: In seinem fast 40.000 Wörter langen Essay in der Bloomberg BusinessWeek schreibt der amerikanische Programmierer und Autor so enthusiastisch und fesselnd über Code, dass man fast ein wenig traurig ist, wenn die letzten Zeilen gelesen sind.

Paul Ford beschreibt im Grunde alles, was mit Softwareentwicklung zu tun hat und entmystifiziert die Zeichenfolgen, ohne die unsere moderne Welt nicht mehr funktionieren würde. Der Clou: Er tut das in so einfachen Worten und mit so anschaulichen Beispielen, dass auch jeder Nicht-Nerd ein Aha-Erlebnis hat. Auf elegante Weise spannt Ford den Bogen von Code als Produkt von Kollaboration & Kommunikation über Code als Kunst bis hin zu Code als Teil unserer Kultur - schließlich ist Code nichts anderes als Sprache, und „languages are large, complex, dynamic expressions of human culture“. Auch Mainstream-Themen wie agile Software-Entwicklung werden gestreift.

Kein Mensch liest gerne lange Artikel am Bildschirm? Unsinn – nicht wenn er so pfiffig aufgemacht ist wie diese Online-Version. Keinen Moment hatte ich das Gefühl, mich durch die Zeilen kämpfen zu müssen. Ein Pixelmännchen führt durch den Text, und animierte Gifs, dynamische Fußnoten und interaktive Programmierbeispiele machen beim Lesen richtig Laune.

Meine Empfehlung: Gemütlich mit einer Tüte Chips und dem Tablet aufs Sofa und LESEN! Die Stunde lohnt sich und vergeht als Reise durch die Welt des Codes wie im Flug.

Sie haben wenig Zeit? Dann empfehle ich die 3-minütige Video-Kurzfassung (Quelle: Bloomberg Business).

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