Warum ich Coach werden wollte.

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Fast 5 Jahre ist es bereits her, dass ich meine Ausbildung zum Systemischen Coach abgeschlossen habe. Was hat mich angetrieben, Zeit und Geld in diese Zusatzqualifikation zu investieren? Warum glaube ich an das Potenzial von Coaching? Wie kann man Coaching im Bereich der Organisationsentwicklung und Prozessoptimierung sinnvoll einsetzen? Und: Wie erkennen Sie einen seriösen Coach?

Business-Coaching liegt im Trend und hat den Makel der "Therapie" verloren. Noch nie waren die Herausforderungen im Berufsleben so groß - und damit die Notwendigkeit, sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Moderne Coaching-Modelle mit Remote-Anteilen vereinfachen die regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Coach und Coachee und lassen sich besser in den Arbeitsalltag integrieren. HR-Abteilungen und Führungskräfte setzen deshalb immer stärker auf Business Coachings als Empowering-Maßnahme. Als Verfechter der intrinsischen Motivation erscheint uns der Coaching-Ansatz „Beratung ohne Ratschlag“ schon seit der Gründung von Teamprove als eine sehr sinnvolle Ergänzung unseres Methodenkoffers. Wir helfen unseren Kunden, Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, Situationen zu reflektieren und so neue Einsichten zu gewinnen. Kennen Sie das gute Gefühl, die Lösung für ein kniffliges Problem selbst gefunden zu haben? Genau dieses Erfolgserlebnis entsteht durch Coaching.

2015 begann ich mich über Ausbildungsgänge und Ausbildungsinstitute zu informieren und knüpfte durch Zufall Kontakt zu Rolf Söder vom MINDMARKETING Institut. Die Chemie stimmte vom ersten Telefonat an, das Renommee des Instituts war ebenfalls hervorragend – also nahm ich an einem Probetag teil, war begeistert und meldete mich kurzentschlossen zur Ausbildung „Systemischer Coach“ an. Und das habe ich keine Minute bereut. Die Ausbildung war vorbildlich strukturiert und profitierte insbesondere vom Ausbilder-Duo, das mit sehr unterschiedlichen charismatischen Persönlichkeiten besetzt ist und gemeinsam ein unglaublich breites inhaltliches Spektrum abdeckt. Ich hatte auch großes Glück mit „meiner“ Gruppe, so dass die sechs 3-tägigen Ausbildungsmodule nicht nur fachlich, sondern auch zwischenmenschlich ein Gewinn waren. Die Tage in der Alten Schule in Partenstein (sehr schönes Seminarzentrum übrigens!) waren sehr intensiv, trotzdem blieb immer ausreichend Zeit, auf individuelle Fragestellungen aus der Praxis der Teilnehmer einzugehen. Sehr sinnvoll war die zeitliche Taktung mit jeweils mehreren freien Wochen zwischen den einzelnen Blöcken, so dass wir die Theorie „in kleinen Häppchen“ nach und nach in den beruflichen Alltag integrieren konnten.

5 Argumente für die Coaching-Ausbildung

Was hat’s mir gebracht? Es gibt fünf Aspekte, die ich im Rückblick besonders hervorheben möchte:

Eine geballte Ladung Wissen
Was wir unseren Kunden ans Herz legen, gilt auch für uns als Berater: Man lernt nie aus. Jedes Modul brachte mir neue „Aha“-Erlebnisse, sei es über Persönlichkeitsstrukturen, Psychologie und Wahrnehmung oder das gezielte Arbeiten mit verschiedenen Fragetechniken und Methoden.

Die Verbindung von Theorie und Praxis
Auch davor habe ich mich rund um Beratung und Coaching weitergebildet, aber die Coaching-Ausbildung leistet sehr viel mehr, nämlich den konkreten Transfer in die Praxis. Die Übungssituationen im „geschützten Raum“ des Schulungszentrums waren so konzipiert, dass das Gelernte sofort auch „draußen“ eingesetzt werden konnte.

Selbsterfahrung Supervision
In der „Retrospektive“ agiler Teams habe ich schon häufig die Rolle des Supervisors besetzt – hier musste ich nun auf die andere Seite des Tisches wechseln und mein eigenes Handeln reflektieren. Ein spannender Aspekt der Ausbildung und Grundvoraussetzung für kontinuierliche Verbesserung.

Exakte Abgrenzung Beratung vs Coaching
Die ewige Konkurrenz der beiden Disziplinen… Und doch verfolgen beide im Grunde dasselbe Ziel: die beste Lösung für den Kunden. Die Coaching-Ausbildung hat meinen Blick für die Unterschiede und die jeweiligen Vorteile weiter geschärft.

Selbstverständnis als Coach
Für mich ist Coaching weniger ein Beruf, sondern eine Haltung - eine Zusatzkompetenz, die es mir ermöglicht, neue Blickwinkel einzunehmen und so bei Bedarf anders an Probleme und Fragestellungen heranzugehen. Viele Wege führen zum Ziel. Coaching ist ein möglicher davon. 

Agile Coaching für Unternehmen im Wandel

In der Organisationsentwicklung gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Coaching-Methoden. Die Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte ändern sich kontinuierlich und mit Hilfe eines Coachings können Probleme entdeckt und brachliegende Potenziale besser ausgeschöpft werden, beispielsweise durch die Schärfung des Leadership-Profils oder für eine bessere Zusammenarbeit in selbstorganisierten Teams. Systemisches Coaching mit seiner Fokussierung auf das Verständnis von Persönlichkeiten und Wahrnehmung setzt genau hier an.

Durch unsere langjährige Berufserfahrung bringen wir viel Praxis-Know-how aus agilen Projekten in unterschiedlichsten Unternehmen und Branchen mit. Das hilft uns, die Probleme in den Teams unserer Kunden besser zu verstehen und schneller die richtigen Fragen zu stellen. Und wenn es die Situation erfordert, können wir kurzerhand den „Coaching-Hut“ durch den „Berater-Hut“ ersetzen und sind dann auch fachlich ein Sparringspartner auf Augenhöhe.

Tipp: In unserer Video-Serie geben wir jeden Freitag kurze Impulse rund um wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Business-Coaching-Maßnahmen. Schauen Sie doch mal rein!

Zum Schluss freue ich mich sehr, dass sich Rolf Söder - einer meiner Kursleiter und Inhaber des MINDMARKETING Instituts - bereit erklärt hat, für unseren Blog einige Fragen rund um das Thema Coaching zu beantworten.

 

Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von MINDMARKETING

Herr Söder, bei über 300 Coaching-Ausbildungen und mehr als 20 Verbänden in Deutschland ist es nicht einfach, die Qualität eines Coachs zu beurteilen. Was zeichnet einen guten Coach aus, und wie finden Interessierte einen Coach, der zu ihnen passt?
R. Söder:
Meiner Meinung nach zeichnet einen guten Coach aus, dass er Methoden-Vielfalt mitbringt und eben nicht Anhänger nur einer Lehre ist. Er sollte mindestens eine Ausbildung erfahren haben, in der auch Selbsterfahrung eine wichtige Rolle spielt. Coaches, die über mehrere Jahre erfolgreich arbeiten, tun dies mit begleitender Supervision und Reflexion. Seriös ist auch ein unverbindliches und kostenloses Vorgespräch, in dem dann die „Chemie“ stimmen muss.

Welche Eigenschaften und/oder Voraussetzungen sollte ein Teilnehmer zu einer Coach-Ausbildung mitbringen?
R. Söder:
Coaching zu lernen ist nicht schwierig, vielmehr einfach, da jeder all die Eigenschaften/Voraussetzungen mitbringt. Wir alle können lösungs- und zielorientiert kommunizieren. In einer Coaching-Ausbildung lernen die Teilnehmer dies bewusst mit entsprechenden Methoden zu tun. Für wichtiger halten wir die Fragen nach dem „Wofür wollen Sie diese Ausbildung machen?“ Daraus wird sichtbar, was der Interessent mit dem Gelernten vor hat und der Anbieter kann entsprechend Stellung nehmen.

Stichwort Business-Coaching: Was kann ein gutes Coaching für Teams oder für Führungskräfte leisten?
R. Söder: Ein Coaching kann kurzfristig sehr viel leisten, also Konflikte offen legen und lösen, Ressourcen freisetzen, Organisationsentwicklung beschleunigen oder Ziele und Teamgeist stärken. Wichtig für die Nachhaltigkeit ist dann ein entsprechender Praxis-Transfer. Ein seriöser Anbieter weist darauf hin, dass es mit schnellen „Tschaka-Du/Ihr schafft es“-Methoden eben oft nicht getan ist.

Ist es wichtig, dass ein guter Coach Felderfahrung, also Branchen-Know-how mitbringt?
R. Söder: Für die eigentliche Coaching-Arbeit an sich ist es nicht relevant, es hilft aber in der Anfangsphase dem Kunden mehr Sicherheit zu geben, im Sinne von „Der weiß wovon ich/wir rede/n.“ Wenn der gebuchte Coach dann sauber trennen kann zwischen seiner Coach- und seiner Berater-Funktion  ist alles gut. Schafft er das nicht, wird das Fachwissen, was er mitbringt vielleicht sogar hinderlich, da er dann inhaltlich in Diskussionen einsteigt, was er als Coach genau nicht soll.

Letzte Frage: Lassen sich Beratung und Coaching in der Praxis wirklich so exakt trennen, wie es die Definition verlangt?
R. Söder: Theorie und Praxis sind auch hier, wie so oft, zwei Paar Schuhe. So erlebe ich es zumindest. Und das ist auch absolut in Ordnung, solange der Coach/Berater weiß, welchen Hut er gerade auf hat.

Danke für das Gespräch!


Steckbrief "Systemische Coaching Ausbildung"

Ausbildungsinstitut
MINDMARKETING® institut für training + coaching
www.mindmarketing.de

Ausbildungsdauer
18 Tage (6 Module à 3 Tage) plus 2 Tage NLP-Seminar

Zertifizierung
im Rahmen des Curriculum des Deutschen NLP Coaching Verbands

Inhalte:
Modul 1 Coaching Grundlagen
Modul 2 Interventionen
Modul 3 Systemik
Modul 4 Kreativität/Hypnose & Trance
Modul 5 Das persönliche Coaching-Credo
Modul 6 Praxis & Testing


Online-Scrumtisch am 28.8. - diesmal zum Thema "Vi...
Neue Video-Serie: "HR-Instrument Coaching"
 

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Gast
Mittwoch, 23. September 2020

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