Was ist eigentlich ... ein Projekt?

Wir starten unsere Teamprove-Glossar-Reihe "Was ist eigentlich ...?" mit einer ganz grundlegenden Frage: Was ist ein Projekt genau? Rund 3.000 Mal täglich wird der Suchbegriff „Definition Projekt“ bei Google eingegeben - die Frage scheint also viele zu beschäftigen. Und das ist auch gut so, schließlich erfordert jedes Projekt ein Projektmanagement und bindet damit Ressourcen im Unternehmen. Zeit, Mitarbeiter und nicht zuletzt Geld. Es macht also durchaus Sinn, Aufgaben von echten Projekten zu unterscheiden, um nicht ständig mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Nur zu gerne benutzen wir den Begriff inflationär. „Der Chef hat mir schon wieder ein neues Projekt aufs Auge gedrückt!“ kann im normalen Sprachgebrauch bedeuten, dass das Team ein innovatives neues Produkt entwickeln soll - oder dass der Praktikant mit einem Stapel Reisekosten-Abrechnungen zum Kopieren geschickt wurde.

Wann ist also ein Projekt ein Projekt und nicht nur eine Aufgabe?

Ein Projekt ist einmalig.
Routinetätigkeiten (selbst wenn sie anspruchsvoll sind) sind deshalb keine Projekte.

Ein Projekt ist zeitlich begrenzt.
Es hat einen Start- und einen Endzeitpunkt und ist terminlich definiert.

Ein Projekt verfolgt ein Ziel.
Und dieses Ziel ist klar formuliert.

Ein Projekt ist komplex.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es schwierig sein muss. Aber um das Ziel zu erreichen, ist einiges an Planung und Problemlösung nötig.

Ein Projekt benötigt Ressourcen und eine Organisationseinheit.
Mindestens ein Projektteam, meist aber auch ein Budget.

In Kurzform nachzulesen auch in der ISO 10006: „Ein Projekt ist ein einmaliger Prozess, der aus einem Satz von abgestimmten und gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit, Kosten und Ressourcen ein Ziel zu erreichen, das spezifische Anforderungen erfüllt.“

Fundstück: "What is Code" von Paul Ford
Softwareentwicklung, quo vadis?