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in Agiles Projektmanagement von
Gestern wurde ja der Scrum Guide 2020 veröffentlicht. Die neue Version liest sich schlüssig  - spannend finde ich das neue "Product Goal" - aber wie integriere ich als Scrum Master die Neuerungen jetzt in meine tägliche Arbeit bzw. was verändert sich an unseren Abläufen und am Teamwork genau?

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Grundsätzlich schreibt der neue Scrum Guide ja weniger vor, als vorher (14 statt 19 PDF Seiten). Die generelle Botschaft für Dich als SM lautet also: „Ask the team“ ;)

Sehr wichtig ist aber jetzt das Abholen des Commitments für ALLE drei Artefakte eines Sprints geworden. Daher ist für mich die Hauptauswirkung (must), dass beim Sprint Planning von Dir zum neuen Why?, aber auch zu What? und How? eine Commitment-Abfrage eingeleitet wird. Z.B. Confidence Level von 1 bis 5 abfragen ( 5 das Beste ) und den Teamschnitt bilden. Alles größer gleich 3 weißt auf einen möglichen und sicheren Start hin.

Weitergehend sind die folgenden zwei Videos interessant, wo weitere Tipps und Alltagshinweise gegeben werden: Scrum Alliance D-A-CH Chapter:

https://youtu.be/ar9Abbhh8JY

Dr. Jeff Sutherland und Ken Schwaber: https://youtu.be/Dfxo3PZwDI8

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Hallo Leonhard,

vielleicht habe ich eine merkwürdige Einstellung zum Scrum Guide, aber mir ist das was da drin steht nicht soooo wichtig. Ja, ich habe die neue Version gelesen und ich fand darin nichts verkehrtes. Mir ist es wichtig, dass die Beteiligten verstehen was HINTER Scrum steht (Agilität). Welche Ideen stehen dahinter? Warum machen diese Dinge denn überhaupt Sinn?

Wer Agilität begreift wird Scrum ohne Probleme einsetzen können. Das Ergebnis wird bei so jemand nicht anders sein abhängig von der Scrum Guide Version die verwendet wird.

Deswegen sollte sich durch die neue Version aus meiner Sicht nicht viel Ändern. Im Besten Fall ist die neue Version eine Chance um gewisse Vorgehensweisen, Denkweisen und Ideen zu hinterfragen. Das könnte hilfreich sein.
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Ich denke auch, dass die neue Version vom Scrum Guide nichts Wesentliches verändert hat und dennoch wollen die Änderungen uns auf Dinge hinweisen, welche in der Vergangenheit oft fehlinterpretiert wurden und deswegen verbessert werden sollen. Auch aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich die folgenden Punkte/Veränderungen im Scrum Guide nur unterstreichen:

  • Es gibt nur noch 1 Team, das Scrum Team. Hiermit soll u.a. verhindert werden, dass z.B. der PO sich oberhalb des Teams, als Teamlead oder Auftraggeber vom Team sieht. Er ist Teil vom Team, genauso für das Ergebnis verantwortlich und speziell ein Forecast im Sprint Planning ist kein(!) Commitment oder Vertrag gegenüber dem PO und wurde vom Scrum Guide überhaupt noch nie als Commitment gesehen. Commiten tut sich das ganze Team auf die bestmögliche Erreichung vom Sprint Goal. Dies kann man nun als Scrum Master nochmal besonders betonen.
  • Der Scrum Master ist ein Servant Leader und auch ein True Leader. Mit der Neuerung wurde nochmal betont, dass "Servant"/dienend zwar seine Art ist, er dennoch ein echter/"true" Leader ist und sich auch so sehen sollte. Er wird vom neuen Scrum Guide noch viel klarer in die Verantwortung genommen für die "Scrum Teams' Effectiveness". Ein reines Moderieren, Meeting aufsetzen oder Planning Poker Karten verteilen kann niemals dieser Verantwortung gerecht werden.
  • Das Product Goal ist auch neu. Hiermit kann man als Scrum Master nochmal gut hinterfragen, welches zumindest mittelfristige Ziel angestrebt wird. Hieran kann man auch gut erkennen, ob der PO einen eigenen Plan verfolgt oder gerade einfach das umsetzen lässt, was von verschiedenen Seiten so reingeworfen wird und darüber reden, wie man mit dieser Situation umgehen will.

Das sind für mich so die Hauptpunkte, die man als Scrum Master beachten kann (in der Annahme, dass man sie vorher noch nicht so beachtet hat). 

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