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in Agile Unternehmenskultur von
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Wir arbeiten seit kurzem mit OKRs und sehen momentan als eine der größten Herausforderungen, dass die Ziele tatsächlich Teil des Alltags werden, d.h. bei allem was wir tun und entscheiden, die Leuchttürme bzw. Leitplanken sind. Eine präsente Visualisierung, haben wir bereits umgesetzt und unsere OKRs auch im Meetingraum ausgehängt, aber gibt es Ideen, wie man sie wirklich zur Basis des "Daily Business" macht, z.B. durch Rituale oder die Integration in bestimmte Meetings?

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Das ist eine sehr gute Frage, die Situation habe ich auch oft beobachtet. Im Prinzip sind OKR sehr einfach, so sehr, dass es schwer zu greifen ist warum das was man mit viel Zeit und Mühe definiert hat oft nur in einer Schublade landet und überhaupt nicht benutzt wird.

OKR steht für Objective and Key Results. Es ist ein Management-System zur zielgerichteten und modernen Mitarbeiterführung. Ich kenne einige gute Implementierungen von OKR wo die Führung der Organisation gute Objectives definiert und wo die ganze Organisation diese Objectives überprüft und hinterfragt. Als Antwort arbeitet die Organisation, natürlich zusammen mit der Führung der Organisation, an Key Results. In dem Prozess werden die Objectives und die Key Results erklärt, verbessert und von schlussendlich allen verstanden.

Es gibt aber auch viele Organisationen wo OKRs nur auf Papier oder in irgendein Ordner in Sharepoint liegen und werden nicht wirklich benutzt. Solche Organisationen haben (noch) nicht verstanden wie das System funktioniert und was für ein Nutzen es bringt. Sie haben sich vielleicht nicht die Zeit gegeben um sich damit auseinandersetzen. Ihnen hat vielleicht Führung in dieser Richtung gefehlt.

Auf jedem fall ist es entscheidend, bei der Einführung von OKRs, dass es eine Person gibt die das Thema vorantreibt. Es muss eine Person sein die das System schon laufen sehen hat. Die Person muss Zeit haben um Führungskräfte, Mitarbeitern und Teams zu unterstützen. Und am Anfang braucht man dafür VIEL Zeit!

Es ist auch entscheidend, dass die Person die notwendige Rückendeckung von der obersten Führung der Organisation hat, um die Widerstände die es üblicherweise bei Veränderungsprozesse gibt durchhalten zu können. Manchmal wollen Mitarbeiter, Teamleiter oder Abteilungsleiter nicht mitmachen weil sie andere Prioritäten haben. Die Person die für die Einführung von OKRs ist, soll genug Autorität haben um diese wichtige Veränderung zu implementieren.

So eine Person wird oft OKR-Master genannt. Der Name ist aber egal, wichtig ist, dass jemand diese Rolle inne hat. Die Person wird dann mit den verschiedenen Teams reden und Wege finden, die zu den Vorgehensweisen und Rituale der Teams zusammenpassen. Sie wird dafür sorgen, dass die definierten Meetings erfolgreich durchgeführt werden. Sie wird die Arbeitsweise kontinuierlich verbessern.

Bisher habe ich kein "Blueprint" gesehen, keine Formel die für alle funktioniert. Ich weiß aber, dass es ohne die Bedingungen die ich oben genannt habe, nicht funktioniert.

Oft ist es auch so, dass die Werte die in einer Organisation gelebt werden eine erfolgreiche Implementierung von OKRs verhindern. Einige sagen, dass dieses Thema gelöst werden soll bevor OKRs eingeführt werden. Andere sagen, dass die Einführung von OKRs ein Vehikel ist um die Kultur zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Ich denke, beides ist möglich. Aber nochmal: jemand muss sich WIRKLICH darum kümmern.

Ich hoffe die Frage beantwortet zu haben. Viel Glück beim "Leben" von OKRs!
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