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in Remote Arbeiten von
Hi, wir haben bereits vor rund 10 Monaten großteils auf Homeoffice umgestellt (es sind rotierend immer ein paar Mitarbeiter im Büro, aber rund 80 Prozent arbeiten im Homeoffice). Da wir ein eingespieltes Team sind, klappt das im Hinblick auf die Qualität und Effizienz der Arbeit auch recht gut, aber wir haben schon den Eindruck, dass das "Teamgefühl" allmählich leidet. Es geht eben nur noch um das Erledigen von Arbeit und die dazu nötige Abstimmung. Wir haben auch schon ausprobiert, eine virtuelle gemeinsame Kaffeepause einzuführen, aber es ist nicht dasselbe wie die informellen Treffen im Büro, die ja eher spontan und situationsbedingt stattfinden. Es fühlt sich viel "kontruierter" an und ist auf diese eine Viertelstunde der Woche begrenzt. Wie macht ihr das so? Gibt es neben den bekannten Online-Kaffeepausen noch andere Ideen, wie man das Teambuildung trotz hohem Homeoffice-Anteil fördern kann? Wie gesagt nicht auf fachlicher Ebene der Zusammenarbeit, sondern hinsichtlich Teamgefühl. Freu mich über Praxistipps, danke!

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Hallo Sonja,

mir geht es da ähnlich wie dir. Mein Team arbeitet seit dem ersten Corona Lockdown zum größten Teil im Homeoffice und man sieht sich nicht mehr. Was man alles tun kann bzw. will hängt auch viel von der individuellen Motivation der Mitarbeiter/Kollegen ab. Anbei Ideen aus meiner Erfahrung - ich bin auch gespannt auf weitere Antworten mit weiteren Ideen und Anregungen.

Virtuelle Kaffeepause

Haben wir ausprobiert, Teilnahme ist sehr unterschiedlich. Wenn es zu viele Teilnehmer werden, dann ist es meist zu ruhig weil keiner etwas sagen will. Ist die Gruppe hingegen sehr klein (~5 oder kleiner), dann haben wir aber teilweise sehr interessante und lebhafte Gespräche geführt und ich habe viel neues von den Kollegen erfahren.

Onlinespiele

Es gibt diverse Spiele, welche man zum Teil kostenlos online spielen kann. Z.B. auf www.brettspielwelt.de kann man unzählige Spiele spielen wie z.B. "6 nimmt" (das UI ist zwar eher grauenhaft, aber wenn man erst einmal in einem Spiel ist, ist es sehr witzig). Nebenbei ein Videocall und schon kann der Spaß beginnen.

Spiele

Wir haben auch schon zur Auflockerung zwischendurch mal Spiele gespielt wie z.B. "Black Stories". So ein Kartenset muss mindestens eine Person haben und dann darf der Rest rätseln und raten, während der mit der Karte und dem zu knackenden Mysterium die Fragen mit ja oder nein beantwortet. Macht oft sehr viel Spaß, ist kurzweilig, fördert die Kreativität und lässt einen zusammen lachen.

Wein-/Schnaps-Tasting

Früher traf ich mit manchen Freunden Kollegen natürlich auch privat, z.B. in einem Irish Pub. Jetzt geht das nicht, aber wir haben schon Schnaps-Tastings gemacht. Es gibt diverse Anbieter wie z.B. www.rumundco.de/Tasting-und-Verkostung-edler-Spirituosen, bei denen man sich kleine Sets von z.B. 6 verschiedenen Rumproben sehr unterschiedlicher Sorten bestellen kann und diese dann gleichzeitig in einem Call öffnet, probiert und über die geschmacklichen Vorlieben philosophiert.

Fitnesstraining

Je nach Größe der Firma und Budget und Motivation der Mitarbeiter kann man auch Fitness-Trainings bei Trainern buchen, welche dann über einen Videocall gestreamt werden. Hat man interessierte und motivierte Mitarbeiter, welche dann auch ihre eigenen Kameras anschalten und mitmachen, kann dies ein toller Spaß für zwischendurch sein - ggf. auch mit einem Kurs speziell für (Dehn-)Übungen, welche man auch in kleinen Pausen zwischen der Arbeit gut durchführen kann. Dies kann man natürlich auch mit Fitness-Challenges verbinden, z.B. seine persönliche Stärke (z.B. gemessen an Wiederholungen pro Zeit von bestimmten Übungen) innerhalb eines Trainingszeitraums von z.B. 1-2 Monaten zu verbessern.

Fernsehen

Es gibt mittlerweile mehrere Tools oder direkte Umsetzungen einzelner Streaming-Anbieter um Filme gleichzeitig zu schauen. So kann es sich jeder gemütlich machen, man schaut gemeinsam einen Film der Wahl (zum Beispiel sehr lustig) und lacht gemeinsam mit oder philosophiert parallel über Sinn oder Unsinn dieses Films.
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Hallo,

meine Antworten fangen immer mit "das kommt auf den Kontext an" in diesem Fall auf das betreffende Team. Ein Team das eh wenig locker kommuniziert wird das auch nicht aus virtuellen Büros tun und eines das ganz eng ist wird sich den Kontaktweg suchen.

Bei mir siehts so aus:

Ich arbeite seit November als SM mit 3 neuen Teams und kenne alle nur über MS Teams. Trotzdem fühle ich mich diesem Team bereits näher als in meinem vorigen Job, als es noch keinen Lockdown gab.

Unser virtueller Kaffee findet täglich statt und wir überziehen die 15 Minuten häufig und haben oft Spaß beim quatschen und schneiden manchmal auch spannende projektrelevante Themen an. Es ist nur offen für unsere deutschen Teams und das macht eine Menge aus, da wir in der Muttersprache freier reden können. Natürlich haben wir talkative Leute, die immer ein Thema finden. Musik, Star Trek vs. Star Wars, Firmenleistungen, Technik,.... Das Headset und der feste Termin hindert uns nicht. Ich plane diesen Team möglichst täglich ein und halte es als Scrum Master extrem wichtig teilzunehmen.

Am Besten ist ein virtueller Kaffee, wenn die Idee vom Team selbst kommt (emergent). Als ich kam gab es den Kaffee schon und das war prima.

Da du anscheinend mehr willst, würde ich das Thema in der Retrospektive und beim virtuellen Kaffee ansprechen und sehen ob andere auch mehr wollen. Mit Verbündeten lässt sich dann leicht etwas beginnen.

Es für mich auch ernsthaft die Frage ob diese 15 Minuten nicht Arbeitszeit ist, weil der zwischenmenschliche Kontakt einen Boost in der Zusammenarbeit bewirkt.

Andere Ideen sind:

*die ersten Minuten (1-3) oder zwischendurch in einem Meeting bewusst für Smalltalk nutzen
* Bewusst 2 Minuten früher in den Call und bis es losgeht ein Gespräch beginnen. Meine Standardfrage: Wie ist das Wetter in...?
*Peer2Peer arbeiten. Mit einem oder mehreren Kollegen in einer "Standleitung" bleiben damit man wie im Büro zwischendurch etwas fragen kann. Da gibt es sogar ein Tools die das unterstützen "VirtualOffice", "Focusmate".
*Ressourcen von "RemoteForever" und "Lisette Sutherland" lesen und sich inspirieren lassen.
Wenn es also mindestens einen neugierigen und motivierten Kollegen gibt gibt es viel auszuprobieren.

Es wird nie "wie im Büro" aber remote hat auch Vorteile (z.B. geteilte Zeichentools wie Confluence und Miro) für Retros.

Die Technik und Remote ist hier wie so oft nicht die wahre Herausforderung, die wahre Herausforderung liegt darin Menschen zu bewegen etwas auszuprobieren bis es passt.

Gruß Jürgen
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Wir experimentieren auch immer noch, wie wir Homeoffice-Mitarbeiter (bei uns rund die Hälfte) besser einbinden können. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn ALLE im Homeoffice wären oder in einem Rotationssystem wie bei euch, dann hätten alle gleiche Rahmenbedingungen. Aber so gibt es eine Gruppe, die sich nach wie vor regelmäßig live trifft, und "die anderen". Die Arbeitsprozesse funktionieren gut, aber nach 10 Monaten im Homeoffice habe ich schon den Eindruck, dass der Teamspirit als Gesamtgruppe abnimmt und auch die MA im Homeoffice oft das Gefühl haben, dass sie außen vor sind. Ein Tipp, was wir gerade ausprobieren und recht gut finden: Wir bilden wechselnde Kleingruppen (zwei bis maximal vier Kollegen), die am Arbeitsplatz in einem festen Zeitfenster z.B. jeden Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr einen Videochat via Facetime oder Whatsapp auf dem Tablet oder Smartphone kontinuierlich geöffnet haben. Ich hätte es nicht gedacht, aber das ist ziemlich nah dran am Gegenübersitzen im Büro. Da ist es eben nicht so wie in der Online-Kaffeepause, dass man sich "auf Kommando" in einem sehr engen Zeitfenster unterhalten soll, sondern jeder macht sein Ding, arbeitet ruhig vor sich hin, zwischendurch quatscht man, lacht, trinkt mal "zusammen" einen Kaffee, stellt eine fachliche Frage usw. Kann ich empfehlen.
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vor von

Hallo allerseits!

Wir (teamazing) haben unseren Fokus voll und ganz auf Online Teambuilding gelegt. Was bei uns selbst und unseren Kunden am besten funktioniert, sind folgende vier Punkte:

  1. Virtuelles Büro: Wir haben ein virtuelles Büro eingerichtet, bei dem jede*r Mitarbeiter*in während der Arbeitszeit immer anwesend ist. Dieses Büro hat unsere Zusammenarbeit um den Faktor 2 verbessert. Bei Fragen kann (wie in echt) einfach zum Kollegentisch gegangen werden, Teammeetings werden spontan am Gang abgehalten und natürlich steht auch überall ein virtuelles Flipchart herum, an dem zusammengearbeitet werden kann.
  2. Daily: Das hatten wir zwar schon vor dem Homeoffice implementiert, jedoch hat es jetzt eine bedeutendere Rolle. Beim Daily (kennt ihr sicher von agilen Methoden) werden die Arbeitspakete des letzten Tag kurz reflektiert und der heutige Tag geplant. Wir haben es noch um den Faktor "Emotionen" ergänzt und uns Gedanken zum perfekten Tool gemacht.
  3. Jour fixe: Auch das ist euch wahrscheinlich bekannt. Unser Jour fixe ist aber etwas anders aufgebaut und an das Online-Setting angepasst. Wichtig war mir dabei, die Interaktionsrate so hoch wie möglich zu gestalten und einen Überblick zur Stimmung im Team zu bekommen.
  4. Teambuilding: Monatlich machen auch wir intern ein Online Teambuilding, um einmal am Stück mehrere Stunden gemeinsam (abseits der Arbeit) Spaß haben. Dazu kann ich natürlich all unsere Online Teambuilding Formate empfehlen, will jedoch auch sagen, worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte:
  • Hohe Interaktionsrate: Ein Teambuilding, bei dem 80% der Zeit passiv zugeschaut wird, hat kaum Wirkung. Umso höher die Interaktionsrate der Teilnehmer*innen vor dem Bildschirm, umso effektiver und sinnvoller die Aktivität.
  • Gruppengröße: Idealerweise unterteilt das Teambuilding die Gruppe in Teams zu je 3 bis 5 Personen. Grund dafür ist, dass so die Sprechzeiten und somit Interaktion der Teilnehmer*innen steigt. Beim Präsenz-Teambuilding bilden sich bei größeren Gruppen sofort Sub-Teams - das ist online in einer Videokonferenz leider nicht möglich. Daher kleine Teams.
  • Programm-Auswahl: Meist haben die Führungskräfte ein gutes Gefühl entwickelt, was der Belegschaft Spaß machen könnte. Das ist auch der zweitwichtigste Faktor. Meiner Erfahrung nach, darf man sich ruhig etwas mehr "trauen". Auch in verstaubten Branchen wollen Mitarbeiter*innen Spaß mit Kolleg*innen haben - das ist nur menschlich. Demnach darf das Programm die Teilnehmer*innen durchaus einmal aus der Comfort-Zone herauslocken. Das sind dann übrigens auch jene Momente, die für immer in Erinnerung bleiben.
Teamprove Wissen – die OnlineCommunity für agile Unternehmen

Wir bieten agilen Einsteigern und Experten eine Frage-Antwort-Plattform zum Austausch mit Gleichgesinnten – von Scrum über Unternehmenskultur & Leadership bis hin zu Innovationsmanagement.
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