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in Agile Unternehmenskultur von
Im Agilen Manifest steht drin: "Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams", doch wie lernen Teams selbstorganisiert zu sein? Was müssen Führungskräfte tun um Selbstorganisation zu fördern?

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Führungskräfte stellen in erster Linie Rahmenbedingungen. Diese können zwar zusammen mit allen Teammitglieder erarbeitet werden, die Aufgabe der Führungskraft ist es sicherzustellen, dass diese allen Beteiligten klar sind.

Teams müssen wissen, in welchen Rahmen sie sich selbstständig bewegen dürfen, welche Entscheidungen sie treffen können und möchten und welche Möglichkeiten der konstruktiven Eskalation gewählt werden dürfen. Innerhalb dieser Leitplanken ist es an den Teams, hier Verantwortung zu übernehmen, zu gestalten und Wege der effizienten und konstruktiven Zusammenarbeit zu finden.

Auf Mitarbeiter-Ebene ist es wichtig den Raum zu schaffen, dass Mitarbeitende sich auch selbst organisieren können. Das bedeutet, dass sie den Raum haben sollten zu entscheiden, wann sie sich z.B. einer Überlastung nähern oder sie sich auf Arbeitsebene eine Veränderung wünschen. Kommunikation ist dabei ein wichtiger Schlüssel: Sowohl auf individueller Ebene als auch als Team. Das schließt die Führungskräfte als Teil des Teams selbstverständlich mit ein.
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Agile ist ein Framework, also eine Reihe von Richtlinien, die Menschen helfen sollen, besser zu arbeiten.

Für mich liegt der Schlüssel darin, den Mitarbeitern und ihren Managern zu helfen, sich selbst zu verstehen und sich weiterzubilden die Theorie in einem praktischen Umfeld, ihrem Unternehmen, anzuwenden.

Es gibt einige wenige Punkte, die als Einzelperson bei der Einführung von Agile äußerst nützlich sind. Selbstverständlich sind dies auch Dinge, an denen man persönlich wachsen kann, persönlich und nicht nur beruflich.

Die Punkte sind:

  1. Ein tiefes Gefühl für persönliches Eigentum und Verantwortung entwickeln
  2. Entwicklung von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen
  3. Lernen, dass Qualität und kontinuierliche Verbesserung einfach die Sprache und der Weg sind, um ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung zu liefern
  4. Sich selbst gegenüber ehrlich sein, damit man das tut, woran man wirklich glaubt
  5. Vertrauensvoll und verantwortlich sein

Wie Sie vielleicht sehen, sind all dies Persönlichkeitsmerkmale, die im persönlichen und beruflichen Leben von Vorteil sein können und nicht speziell mit Agilität gewachsen sind.

Diese Eigenschaften helfen Ihnen jedoch als Manager oder Mitarbeiter, besser zu arbeiten, bessere Produkte oder Dienstleistungen zu liefern und sich stärker als Teil dessen zu fühlen, was Sie in Ihrem Unternehmen tun.

Konkret müssen Manager in einem agilen Umfeld heute Wert auf Qualität und den Mehrwert legen, den sie dem Kunden bringt (kein Kunde, kein Geschäft ...) und auf die Entwicklung von Verantwortung, Rechenschaftspflicht, Belastbarkeit und Kommunikation in ihren Unternehmen.

Bauen Sie also Menschen auf und arbeiten Sie an Qualität, und Sie werden nicht nur Agile folgen, sondern auch Ihren Umsatz steigern, Ihren Kundenstamm vergrößern, sich glücklicher und stolzer auf Ihren Job fühlen.

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Ein genereller Blick auf die Frage " Was soll eigentlich von wem selbst organisiert werden" und warum das Sinn macht steht für mich am Anfang. Das Erlernen von Selbstorganisation setzt voraus, dass auch die Benefits verstanden und angenommen werden können.
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Für den Lernprozess zur Selbstorganisation gibt es keine Blaupause - aber einige wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend sind Vertrauen und Verantwortung: Allen Mitarbeitenden wird das Vertrauen entgegengebracht, Verantwortung zu übernehmen. Das erfordert ein neues Verständnis von Führung, aber auch ein neues Verständnis von Arbeit. Selbstorganisation ist nicht - wie von manchen Führungskräften befürchtet - völlige Anarchie des Teams, sondern ganz im Gegenteil eine freiwillige Ausrichtung aller Einzelpersonen auf die kollektive Zielerreichung. Mehr Autonomie für jedes einzelne Teammitglied geht deshalb auch einher mit einem gewissen Maß an Selbstbeschränkung. Das verstehen anfangs auch manche Mitarbeitende falsch. Selbstorganisation heißt nicht, dass sich jeder seine Arbeit immer so aussuchen und einteilen kann, wie es ihm am besten passt, sondern Selbstorganisation gelingt nur mit einer ausgewogenen Balance zwischen dem Vertrauen (= höherer Gestaltungsspielraum des einzelnen) und Eigenverantwortung (= individueller Beitrag zum Ziel innerhalb eines Teams). Ist das Teamgefüge nicht "gesund" und belastbar, kann Selbstorganisation nicht gelingen.

Zur Frage, was Führungskräfte beitragen können: Sehr viel! Denn sie geben das Ziel und die Leitplanken vor. Sie verteilen zwar keine Aufgaben mehr, aber Führungskräfte müssen es schaffen, die Richtung so klar zu kommunizieren, dass alle Mitarbeitenden das "große Ganze" verstehen und eigenverantwortliche Entscheidungen zur Zielerreichung treffen können. Sie müssen auch erkennen, wenn es im Team knirscht und warum. Erfolgreiche Führung erfordert deshalb sehr viel mehr erklären, diskutieren, zuhören, nachhaken, ermutigen, deeskalieren.
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Ich würde gerne damit beginnen, was Führungskräfte nicht tun sollten: Direkt das Team alleine laufen lassen und die Erwartung haben, dass das Team sich selbst organisieren kann.
Ich glaube, dass es wichtig ist, das Team oder die Mitarbeitenden langsam an Selbstorganisation "ranzuführen".  Selbstorganisation kann schnell überfordern, wenn man jahrelang eine ausführende Tätigkeit hatte und sich genau darauf fokussieren konnte.
Ich fange daher gerne damit an kleine Dinge abzugeben, wie beispielsweise die Moderation eines Meetings z.B. Daily Scrum. Dazu nutze ich besonders gerne meinen Urlaub, wenn ich dieses Meeting moderiert habe.

Selbstorganisation lernen ist wie Laufen lernen: Wir versuchen es, fallen hin, stehen wieder auf und versuchen es noch einmal. So lange, bis es funktioniert. Die Teams oder Mitarbeitenden brauchen dafür aber auch den Raum "fallen" zu dürfen. So wie wir jeden wackeligen Schritt feiern, sollten wir auch die kleinen Schritte in Richtung Selbstorganisation anerkennen und sichtbar machen, um Motivation zu erzeugen. Natürlich nicht so, dass es ins Lächerliche gezogen wird aber vielleicht in einem Feedbackgespräch.
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Tipp für alle, die gerne live mit anderen über diese Frage diskutieren möchten: Der nächste Teamprove Scrumtisch am kommenden Freitag, den 25. Februar 2022, beschäftigt sich mit dem Thema "Selbstorganisation vs Führung - Welche Leitplanken brauchen agile Teams?"

Wir freuen uns immer über neue Gesichter! Mehr erfahrt ihr unter https://www.teamprove.de/blog/einladung-februar-scrumtisch-selbstorganisation/

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